Mindestlohn und Minijob

Aktu­ell: Seit 1.1.2019 beträgt der all­ge­mei­ne gesetz­li­che Min­dest­lohn 9,19 Euro!

Seit 1.1.2015 gilt ein gesetz­li­cher Min­dest­lohn. Es gibt zwar eini­ge Aus­nah­men und Über­gangs­re­ge­lun­gen – etwa bei bestehen­den Tarif­ver­trä­gen, für Min­der­jäh­ri­ge, für Zei­tungs­aus­trä­ger, bei Prak­ti­ka bis drei Mona­ten oder für Aus­zu­bil­den­de – doch in den meis­ten Fäl­len wird der Min­dest­lohn gel­ten. Für die Kon­trol­le ist übri­gens die Bun­des­zoll­ver­wal­tung zustän­dig; bei Ver­stö­ßen dro­hen Geld­bu­ßen in Höhe von bis zu 500.000 Euro.

In jedem Fall ist es wich­tig, dass Sie zukünf­tig bei allen Beschäf­tig­ten die geleis­te­ten Arbeits­stun­den (Stun­den­er­fas­sung, Arbeits­zeit­mo­del­le) kor­rekt erfas­sen und prü­fen. Eine gering­fü­gi­ge Beschäf­ti­gung kann der­zeit bei einem Min­dest­lohn von 9,19 Euro bei­spiels­wei­se monat­lich maxi­mal 48,9 Arbeits­stun­den umfas­sen.

Der Min­dest­lohn betrifft damit also auch bestehen­de und zukünf­ti­ge Mini­jobs.

Was ist für Sie als Arbeitgeber zu beachten, wenn Sie zurzeit geringfügig Beschäftigte mit einem Stundenlohn dem aktuellen Mindestlohn beschäftigen?

  • Wenn keine der Aus­nah­me­re­ge­lun­gen greift, muss der Stun­den­lohn erhöht wer­den. Beach­ten Sie, dass Ein­mal­zah­lun­gen dabei nur in engen Gren­zen auf den Min­dest­lohn ange­rech­net wer­den kön­nen. So kann etwa ein im Juli gezahl­tes Urlaubs­geld nicht auf die übri­gen elf Mona­te ange­rech­net wer­den. Infor­mie­ren Sie sich im Ein­zel­fall recht­zei­tig über die gel­ten­den Bestim­mun­gen!
  • Wenn Sie noch Mit­ar­bei­ter mit einem gerin­ge­ren Stun­den­lohn beschäf­ti­gen, prü­fen Sie, ob in die­sen Fäl­len mit einem Stun­den­lohn in Höhe des Min­dest­lohns bei gleich­blei­ben­der Stun­den­zahl die Ent­gelt­gren­ze für Mini­jobs von 450,- Euro bzw. 5400,- Euro jähr­lich inklu­si­ve Ein­mal­zah­lun­gen über­schrit­ten würde.

Würde die Ent­gelt­gren­ze zukünf­tig über­schrit­ten, gibt es für Sie und den betrof­fe­nen Arbeit­neh­mer ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten:

  1. Sie ver­ein­ba­ren eine redu­zier­te Stun­den­zahl oder
  2. Sie ver­ein­ba­ren schrift­lich einen Ver­zicht auf Ein­mal­zah­lun­gen oder
  3. Sie stel­len auf eine steu­er- und sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Haupt­be­schäf­ti­gung um. Das Ent­gelt könn­te dann in der Gleit­zo­ne zwi­schen 450,- und 850,- Euro (ab 01.07.2019: 1.300,- Euro) lie­gen („Midi-Job”) – hier zahlt der Arbeit­neh­mer redu­zier­te SV-Bei­trä­ge.

Hinweis zu kurzfristigen Beschäftigungen

Im Hin­blick auf die Ein­füh­rung des Min­dest­lohns für Sai­son­ar­bei­ter wur­den die Vor­aus­set­zun­gen für kurz­fris­ti­ge Beschäf­ti­gun­gen her­ab­ge­setzt: Eine sozi­al­ver­si­che­rungs­freie kurz­fris­ti­ge Beschäf­ti­gung kann nun maxi­mal drei Mona­te oder 70 Arbeits­ta­ge lang aus­ge­übt wer­den, sofern sie im Vor­aus begrenzt ist. (Frü­her gal­ten zwei Mona­te bzw. 50 Arbeits­ta­ge als Höchst­gren­ze.) Die steu­er­li­che Zeit­gren­ze für eine kurz­fris­ti­ge Beschäf­ti­gung bleibt jedoch bei 18 zusam­men­hän­gen­den Arbeits­ta­gen.

Alle Anga­ben ohne Gewähr. Ände­run­gen vor­be­hal­ten. Stand 20.03.2019.